Ein Comic der Peanuts: Alle Figuren sind am Zeitung lesen.

Wissenschaftlicher Diskurs

Was ich immer wieder feststelle, wenn ich mit interessierten Laien über Wissenschaft spreche ist, dass ein grosses Missverständnis vorherrscht, wenn es um neuste Forschungsresultate geht. Wissenschaftliche Studien werden in Stein gemeißelt betrachtet, und wenn die Studie erst noch in einem grossen Journal wie Science oder Nature veröffentlicht, oder von Universitäten wie Cambridge, Yale, oder der ETH mitgestaltet wurden, dann müssen die Resultate doch stimmen. Stimmt nicht.

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Das Bild zeigt das Hauptgebäude des Observatorium mit Kuppel.

Neue Stadt, neue Stelle – bienvenue à Strasbourg

Vor nicht allzulanger Zeit habe ich erfolgreich meine Doktorarbeit an der Universität Basel verteidigt. Ähnlich wie bei den traditionellen Handwerken, ist die Zeit nach dem Abschluss geprägt von Wanderschaft – man sucht sich als frisch gebackener Wissenschaftler eine Stelle an einer fremden Universität. So bin ich also am Observatoire Astronomique de Strasbourg gelandet.

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Anträge, Anträge, und noch mehr Anträge – der wissenschaftliche Alltag eines Beobachters

Und täglich grüsst das Murmeltier. Ein sich immer wiederholender Prozess im Wissenschaftsalltag ist es, Anträge zu schreiben. Sei es für Fördergelder für ein Forschungsprojekt, Rechenzeit an einem Supercomputer, oder wie in meinem Fall für Beobachtungszeit an einem Teleskop. Früher, also etwa zwei Generation vor mir, schwammen Astronomen noch in verfügbarer Beobachtungszeit. Manchmal hatten sie einen ganzen Monat an dem besten Teleskop der Welt zur Verfügung, ohne Rechenschaft abzulegen, was sie damit tun wollten (was sie tatsächlich auch teilweise nicht wussten). Tennisspielen am Tag, beobachten in der Nacht galt dann als der Alltag. Schön waren diese Zeiten. Heute ist dies natürlich komplett anders (willkommen im 21. Jahrhundert).

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Nicht so schnell mit MOND – Die Zwerggalaxie NGC1052-DF2 als kritischer Test für MOND und das Dunkle Materie Modell

Von Dr. Oliver Müller und Prof. Pavel Kroupa

Eine der größten Herausforderungen der heutigen Kosmologie besteht darin zu verstehen, durch was die interne Bewegung von Galaxien hervorgerufen wird. Im Standardmodell der Kosmologie wird dabei kalte Dunkle Materie zu Hilfe genommen. Dies ist nötig, da die Bewegung der Sterne und des Gases viel zu schnell wäre, als naiv mit Newtons Gravitationsgesetz angenommen – es braucht einfach viel mehr gravitative Masse, um die gemessenen Geschwindigkeiten zu erreichen. Besonders eindrücklich ist diese benötigte nicht-sichtbare Masse – die sogenannte Dunkle Materie – in Zwerggalaxien, bei welchen teilweise tausendmal mehr Dunkle Materie als sichtbare Materie vorhanden sein soll. Es gibt jedoch auch alternative Sichtweisen, wobei zu beachten ist, dass in diesem Zusammenhang der Begriff Alternativ nicht etwa für Astrologie, Flat-Earth, oder sonstige wirren Gedanken oder Pseudo-Theorien steht, sondern wissenschaftliche Theorien neben dem sogenannten Mainstream meint.

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Die Schattenseiten der Astronomie – Astrologen, Verschwörungstheoretiker und Scharlatane

Eine Freundin hat mir einen eleganten Begriff beigebracht, nämlich den des „Shit-Sandwich“, der besagt, Kritik müsse man wie ein Sandwich einpacken: zuerst sage etwas Nettes, dann bringe die Kritik an, und zuletzt sei wieder positiv. Somit fange ich also mit dem Netten an: Ich finde es toll, dass so viele Leute ein Interesse für Sterne hegen und pflegen. Nun aber genug mit den Nettigkeiten; kommen wir zum „Shit“ Teil des Artikels. Mein Horoskop prophezeit mir nämlich, dass ich im folgenden kein gutes Haar an den Astrologen, Verschwörungstheoretikern und Scharlatanen lasse.

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