Pint of Science – Basler Edition

Diese Woche finden innerhalb drei Tage „Wissenschaftsvorträge in Cool“ auf der ganzen Welt statt, so auch in Basel. Dies unter dem Deckmantel „Pint of Science“, das Konzept ist also klar: Bier und Wissenschaft, was ich mir natürlich nicht entgehen lassen konnte. Am Montag, im Restaurant Desperado, hielt ich also einen Vortrag über Kosmologie, den ich hier im Abriss nochmals vorstelle.

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MOND, ein Gesetz, sie alle zu binden – Die Herleitung

In MOND (abgekürzt für Modified Newton Dynamics) wird das Newtonsche Gravitationsgesetz bei kleinen Beschleunigungen von etwa a_0=10^{-10}  Metern pro Quadratsekunde, eine wahnsinnig kleine Beschleunigung, modifiziert. Diese Grenze a_0 spielt dabei die gleiche Rolle wie etwa die Plancksche Konstante h in der Quantenmechanik oder die Lichtgeschwindigkeit c in der Speziellen Relativitätstheorie und wäre somit eine weitere Konstante im Zoo der Naturkonstanten. Alles, was schneller als mit a_0 beschleunigt wird wie gehabt mit Newton beschrieben, alles was langsamer ist, liegt jedoch im MOND Regime und bedarf einer speziellen Modifikation, die wir einfach herleiten können.

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Ram-Pressure Stripping – Belästigung am galaktischen Arbeitsplatz

In Galaxienhaufen existiert eine bemerkenswerte Relation zwischen Distanz und Morphologie: Im Inneren des Haufens sind quasi alle Galaxien gasarm, im Äusseren hingegen gasreich. Dies kann man an der Morphologie, dem Aussehen der Galaxie, sofort erkennen – gasarme Galaxien sind rötlich und elliptisch, während gasreiche Galaxien bläulich sind und erkennbare Struktur, z.B. Spiralarme, besitzen. Weiterlesen

Wissenschaft mit Amateuren

Es muss nicht immer ein 10 Meter Teleskop sein, damit man an der Front der modernen Wissenschaft mitarbeiten kann. Es kann genügen, ein Hobbyteleskop, Freude an der Astronomie und viel Zeit zu haben. Das Letztere ist genau das, was den meisten Profi-Astronomen fehlt: Beobachtungszeit. Weiterlesen

Strukturbildung als Falsifizierung des LCDM Modells

Eine gute Theorie braucht eine Möglichkeit, widerlegt zu werden. Erst wenn sie allen Falsifizierungs-Versuchen standhält und ihre Konkurenten mit bestätigten Vorhersagen ausstechen kann, soll sie als gültige Theorie betrachtet werden.

Das Lamda Cold Dark Matter (LCDM) Modell tut sich mit Falsifizierungmöglichkeiten schwer. Da man in der Zwischenzeit annimmt, dass die Dunkle Materie aus exotischen Teilchen besteht, die wir nicht kennen, können wir ohne die direkte Messung die Existenz von Dunkler Materie nicht beweisen. Bei jedem Fehlschlag, Dunkle Materie im Labor zu messen, können die Theoretiker auf ein anderes theoretisches Teilchen zeigen. Dies kann beliebig fortgeführt werden, ohne dass man zu einem Punkt kommt, an dem man sagt, es existiert keine Dunkle Materie. Weiterlesen

Zwerggalaxien – gleich und gleich gesellt sich gern

Zwerggalaxien sind dunkel. Sie leuchten so schwach, dass der Nachthimmel teilweise heller erscheint als die Galaxien selbst. Wie soll man da etwas finden? Wären es kleine unbedeutende Galaxien, wäre dies ja nicht dramatisch. Zwerggalaxien sind jedoch fundemental für das Verständnis der Entstehung von Galaxien. Und nicht nur das, sie stecken noch voller Dunklen Materie. Zwei wichtige Themen der Astronomie, welche heute noch nicht  verstanden sind.

Wie macht sich die Dunkle Materie bemerkbar, wenn sie doch dunkel ist? Wir haben Glück, denn es gilt

Die Gravitation koppelt an alles!

Auch wenn wir Dunkle Materie nicht direkt sehen können, so können wir zumindest ihren gravitationellen Einfluss beobachten. Und dieser macht sich bei Zwerggalaxien besonders bemerkbar.

familienportrait

Familienporträt der M101 Gruppe. Dazu gehören viele Zwergspiralen. M101 ist nicht abgebildet.

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